Wandelanleihen Fonds – Convertible Bond Funds

Gemäß einer altbekannten Börsenregel partizipieren Wandelanleihen (englisch: Convertible Bonds) zu ca. 2/3 an einem Aktienaufschwung, verlieren aber nur ungefähr 1/3 in einer Baisse.

Prinzipiell handelt es sich um verzinsliche Wertpapiere, deren Besonderheit in dem Recht auf Wandlung besteht: innerhalb einer bestimmten Frist und unter bestimmten Bedingungen ist die zugrunde liegende Anleihe in einem vorher festgelegten Verhältnis gegen Aktien des emittierenden Unternehmens eintauschbar. Dabei bietet sich dann die Chance, durch einen anschließenden Verkauf der Aktie, zusätzliche Gewinne zu realisieren. Das Wandlungsrecht muss in Zeiten stagnierender oder fallender Kurse nicht ausgeübt werden, der Anleger erhält dann weiterhin die vertraglich fixierten Zinszahlungen und hat Anspruch auf Rückzahlung des Nennwerts. Das Wandelrecht macht sich im Regelfall in Form einer geringeren Verzinsung der Wandelanleihe bemerkbar.

Für Privatanleger ist der Markt für Wandelanleihen recht schwer durchschaubar, daher bietet sich eine Investition in entsprechende Wandelanleihen-Fonds an.

Der Klassiker schlechthin in dieser Wertpapiergattung ist der „Lilux Convert“ (WertPapierKennnummer=986275, schwarze Linie im nachfolgenden Chart).

Dessen beeindruckende Historie ist aus dem nachfolgenden Chart ersichtlich, in welchem der Lilux (schwarze Linie) sowohl den Weltaktienindex MSCI-World (blaue Linie), als auch den Rentenindex „Rex“ (grüne Linie) deutlich überflügeln konnte:

Chartvergleich Wandelanleihenfonds 1

Beeindruckend sind insbesondere die Gewinne in der Aktienmarkt-Baisse 2001-2003, welche in erster Linie durch Währungsgewinne der im Fonds enthaltenen Yen-Wandelanleihen erzielt wurden. Etwas bedenklich stimmt hingegen die schwächere Tendenz in jüngerer Vergangenheit. Der Lilux ist nicht zum öffentlichen Vertrieb in Deutschland zugelassen. D.h. ein potentieller Käufer muss entweder gezielt bei der Fondsgesellschaft oder dem Vermittler nachfragen, oder aber Anteile über die Börse (z. B. in Frankfurt oder Hamburg) erwerben.

Die Fondsgesellschaft DWS hat gleiche 2 Produkte in dieser Kategorie im Angebot:

– den DWS Invest Convertibles  (WKN=727463) welcher von Fondsmanager Skander Chabbi seit November 2006 betreut und eher von der Rentenseite her (d.h. etwas konservativer) gemanagt wird

– und den DWS Convertibles  (WKN=847426). Hier ist seit 2001 Marc-Alexander Kniess der Fondsmanager. Dieses Produkt wird eher von der Aktienseite her gemanagt, d.h. etwas offensiver als der 727463 und es können auch bis zu 10% Aktien beigemischt werden.

Seit kurzem für deutsche Anleger über einzelne Banken erhältlich ist der Aviva Morley Gl. Conv. (WKN=A0MJ8U). Bei Aviva handelt es sich um einen der größten Versicherungskonzerne der Welt. Der Fonds wiederum erhielt von der Rating-Gesellschaft Standard&Poors ein „AA“, was eine hohe Managementqualität bescheinigt. Investiert wurde zuletzt zu mehr als 50% in US-Wandelanleihen.

Nachteilig kann sich allerdings möglicherweise auswirken, dass die für deutsche Privatanleger erwerbbare Tranche mit der o.g. WKN in US-Dollar notiert, d.h. hier existiert ein Währungsrisiko.

Chart 1 Jahr: der Aviva (olivgrüne Linie) schnitt etwas besser ab als der DWS Invest Conv. (dunkelgrün), DWS Conv. (blau), Lilux (schwarz), Weltaktienindex (rot). Auf Euro-Basis hätte der Aviva allerdings ein signifikant schlechteres Ergebnis erzielt.

Daher dürfte der grundsolide DWS Invest Convertibles (WKN=727463) die z.Z. eindeutige Nummer 1 in diesem Sektor sein.

Chartvergleich Wandelanleihenfonds 2

 

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